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Fachvereinigung Bayerischer Komposthersteller e.V.
- Bgm.-Finsterwalder-Ring 10 -D-82515 Wolfratshausen |
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Anlage 5 zu den Güte- und Prüfbestimmungen BESTIMMUNG UND BEWERTUNG DER PFLANZENVERTRÄGLICHKEIT VON KOMPOSTENdurch Keimpflanzenversuche mit Kresse, Gerste und Salat nach Neubauer Die Bestimmung und Bewertung erfolgt in Anlehnung an die Methode der Hauptversuchsanstalt Weihenstephan (HVA). Der Keimpflanzentest ermöglicht Aussagen zum Gehalt an wuchshemmenden Inhaltsstoffen und wird zur Beurteilung einer Substratfähigkeit des Kompostes angewendet. Geräte
Materialien
Voruntersuchungen- lösliche Nährstoffgehalte - Salzgehalt - pH-Wert VersuchsdurchführungDas Prüfsubstrat (Kompost) wird bei 8 mm abgesiebt und der Siebüberlauf verworfen. Zu nasses Material muß vorher bis auf Siebfähigkeit luftgetrocknet werden. Als Mischkomponente und Vergleichssubstrat wird Torfkultursubstrat 1 (TKS 1) verwendet, das durch Absieben (< 8 mm) homogenisiert wird. Zu trockenes TKS 1 muß vor der Verwendung angegossen und gut durchmischt werden, da sonst die Wasseraufnahme im Kulturgefäß unzureichend sein kann. Aus Prüfsubstrat und TKS 1 werden Prüfmischungen mit 25 Vol.% oder 50 Vol.% Prüfsubstratanteil je nach Salzgehalt hergestellt. Der Versuch wird in zwei Wiederholungen durchgeführt. Von jeder Prüfmischung werden dazu 2400 ml benötigt. Jeweils 400 ml von der vorbereiteten Prüfmischung und vom Vergleichssubstrat (TKS 1 unvermischt) werden unter leichtem Einrütteln in die Gefäße gefüllt, mit dem Stempel angedrückt und leicht angegossen.
Das Saatgut (Kresse, Gerste und Salat) wird durch Abzählen von jeweils 40 Körnern vorbereitet. Verkümmertes Saatgut muß vorher aussortiert werden. Das Saatgut wird gleichmäßig auf der Substratoberfläche verteilt und mit Quarzsand abgedeckt. Bei Gerste verteilt man 30 ml Sand, bei Kresse und Salat 15 ml Sand pro Gefäß. Die Abdeckung ist mit Wasser gut zu befeuchten. Die Gefäße werden in einem klimatisierten Raum (z.B. Gewächshaus) aufgestellt. Folgende Bedingungen sollen eingehalten werden:
VersuchsdauerDie Versuchsdauer sollte mindestens 12 bzw. 15 Tage betragen. BewässerungDie Kulturgefäße werden durch regelmäßiges Gießen mit Wasser bzw. Düngerlösung (siehe Düngergaben) in kulturfeuchtem Zustand gehalten. Es ist darauf zu achten, daß das Substrat gleichmäßig feucht bleibt, jedoch nicht vernäßt. Ein Wasseraustritt ist zu vermeiden. DüngungKomposte enthalten in der Regel geringe Mengen an löslichem Stickstoff bei gleichzeitig hohen bis sehr hohen Mengen an löslichem Phosphat, Kalium und Magnesium. Die pH-Werte liegen häufig im neutralen bis schwach alkalischen Bereich. Ausgehend vom Untersuchungsergebnis wird eine vorhandene Stickstoffunterversorgung durch Flüssigdüngung mit wasserlöslichem Stickstoffdünger ausgeglichen. Geeignet sind Dünger mit physiologisch saurer Wirkung, die sowohl schnell verfügbaren Nitratstickstoff als auch langsamer wirkenden Ammoniumstickstoff enthalten. TKS 1 enthält ca. 80 mg/l pflanzenverfügbaren Stickstoff. Das Prüfsubstrat und TKS 1 wird auf 190 mg/l N aufgedüngt, um einer evtl. vorhandenen Stickstoffestlegung entgegenzuwirken. Düngergaben und Berechnung der DüngermengeDie Düngung wird in Gaben von max. 50 ml pro Gefäß verabreicht. Sie beginnt 3 bis 4 Tage nach Aufgang der Saat. Bei einer Düngerlösung von 1,15 g/l Ammonsulfatsalpeter werden mit 50 ml pro Gefäß 15 mg N zugeführt, was einer Stickstoffgabe von 37,5 mg N je Liter Substrat entspricht. Die erste Düngung erfolgt ca. 3 - 4 Tage nach Aufgang. Die restlichen Düngergaben werden gleichmäßig auf die Versuchsdauer verteilt. Ausgehend vom Untersuchungsergebnis und unter Berücksichtigung des löslichen N-Gehaltes der Mischkomponente wird die Stickstoffgabe bemessen: Beispiel:
AberntungNach Ablauf der Versuchsdauer werden die Pflanzen am Übergang ins Substrat mit einer Schere abgeschnitten, gezählt und gewogen. Notiert werden auch eventuell aufgetretene Besonderheiten, z.B. Wurzelveränderungen, Chlorosen, Nekrosen, sichtbare Keimhemmungen und ähnliches. BewertungZur Bewertung werden die durchschnittlichen Frischmassenerträge der Prüfsubstrate ermittelt und prozentual in Relation zu den Erträgen im Vergleichssubstrat dargestellt. FM(r) 25/50% = FM 25/50% / FM TKS1 * 100 [%] FM(r) 25/50% : Relativer Ertrag der Varianten bezüglich Vergleichssubstrat TKS 1 in [%] FM 25/50% : Mittlere Frischmassenerträge der Varianten in [g] FM TKS1 : Frischmassenertrag des Vergleichssubstrates in [g] Die Pflanzenverträglichkeit wird unter Berücksichtigung aller drei Testpflanzen bestimmt. Folgende Frischmassenerträge der Prüfmischungen in Relation zum Ertrag des Vergleichssubstrates müssen für eine positive Beurteilung mindestens erreicht werden:
Komposte sind pflanzenverträglich und als Bodenverbesserungsmittel geeignet, wenn bei den einzelnen Prüfmischungen die oben genannten Mindesterträge von wenigstens einer Testpflanze erreicht werden und keine Pflanzenschädigungen zu verzeichnen sind. Komposte sind pflanzenverträglich und außerdem als Mischkomponente für Kultursubstrate geeignet, wenn bei den einzelnen Prüfmischungen die oben genannten Mindesterträge von wenigstens zwei Testpflanzen erreicht werden. Bei Anwendungsempfehlungen sind neben dem pH-Wert des Kompostes vor allem der Salzgehalt und der Gehalt an löslichen Pflanzennährstoffen zu beachten. Bei einem Salzgehalt von > 3,5 g/l FM ist dieser gesondert anzugeben. |
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